Farbig wie Rotwein

„Diese CD heißt TINTO, weil sie so farbig ist wie Wein oder Blut,“ verkündet selbstbewusst das Trio Los Otros, bestehend aus Hille Perl, Lee Santana und Steve Player. Dieses Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten, der Mut, sich auf sehr unkonventionelle Weise mit Musikstücken aus vergangenen Jahrhunderten auseinanderzusetzen sowie eine selten zu findenden Spielfreude machen dieses Album tatsächlich zu einem Hörgenuß.

Dass die drei ihre Instrumente beherrschen, steht außer Frage. Die Gambenistin Hille Perl zählt zu den Besten ihres Faches. Für ihre Solo-Aufnahme ‚Doulce Memoire‘ erhielt den ECHO für klassische Musik.

Seit 1984 arbeitet sie immer wieder mit dem Gitarristen Lee Santana zusammen. Die Idee zu ‚Los Otros‘ kam schließlich 1998, als das Duo auf den Tänzer und Gitarristen Steve Player traf.

Das aus diesem Projekt entstanden Album „Vinto“ enthält ausschließlich Stücke, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert komponiert wurden. Davon sollte sich das Nicht-Klassik-Publikum keinesfalls abschrecken lassen. Das Trio vermischt virtuos spanischen Barock, mexikanische Tänze, afroamerikanische Rhythmen mit Jazz, Folk und Pop.

Es verwundert nicht, dass die drei neben ihrer klassischen Musikausbildung auch Led Zeppelin und die Beatles als Inspirationsquelle erwähnen. Allein der Name ‚Los Otros‘ verweist bereits auf den Wunsch, einen ‚anderen‘ Zugang zu den alten Kompositionen zu suchen.

Das Ziel, schreibt  Hille Berg auf ihrer Webseite, sei an der Verbindung zwischen Musik und Tanz zu arbeiten. Zu hören sind Werke von Santiago de Murcia, Antonio Martin y Coll, Francesco Corbetta, Angelo Notari, Girolamo Kapsberger und Bartolomeo de Selma y Salaverde.

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